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Wer seid ihr? Wie und wann habt ihr das Label gegründet und warum?

Hallo Transienz-Team. Erst einmal Danke für die Möglichkeit uns hier präsentieren zu können. Wir sind Timm & Felix oder auch bekannt als Heinrich & Heine und betreiben Amber / Amber Blue Recordings und uns gibt es Labelmacher seid 2014 bzw 2016. Also noch recht jung. Wir haben uns dazu entschieden mit eigenem Label, bzw. Labels an den Start zu gehen, aus zwei wichtigen Gründen. Zum Einen eine Plattform zu haben, auf der man machen kann was man möchte. Und zum Anderen selber auch mal das Zepter in der Hand zu haben, beim Aussuchen von Künstlern oder Remixern oder eben bei allem Mitspracherecht zu haben. Entstanden ist es aus einer Laune heraus und weil wir mit „We Are Independent“ eine im Freundeskreis bestehende Infrastruktur hatten, war die Umsetzung dann relativ einfach und schnell umsetzbar.

Was für Musik veröffentlicht ihr und welche Artists findet man auf eurem Label?

Amber Recordings steht für reinen Techno und Tech-House. Alles auf den Dancefloor ausgerichtet. Mal sehr straight, mal housiger und mal technoider. Amber Blue dagegen, ist eher im deepen Bereich angesiedelt und steht eher für Harmonien oder auch mal Vocals, die mal technoider, mal groovig housig oder auch mal experimentell sein können. Bei den Acts können es mal bekannte Namen sein, oder eben auch Newcomer die man vorher noch gar nicht kannte und da sind wir auch auf die Mischung stolz. Nur um mal ein paar namen zu nennen, hatten wir schon das Vergnügen als Artist oder Remixer mit Leuten wie Carlo Ruetz, TKNO, Gaga, Lützenkirchen, Audioleptika, D.R.N.D.Y, Carsten Rausch, Chris Ojeda, Jaap Ligthart, Felix Sanchez, Christian Michael, Stereophonie, Sam Junk, Daniel Glover, Zauberakustik, Dompe, Sascha Wallus, Vincent Groove, Fabs#, John Lead, Francesco Parla oder einigen anderen arbeiten zu können.

Welche Releases sind in Planung?

Anstehend sind gerade eine neue Heinrich & Heine Single, die auf den Namen „Microcosmic“ hört und mit richtig guten Remixen von Francesco Parla, John Lead und Fabs# auf Amber Blue erscheint. Dann eine neue Single von Christian Patti. „The Side Of Melara“ wird mit Remixen von Hannes Matthiessen, Felix Sanchez und Stereophonie auf Amber Rec. erscheinen. Und um noch eine zu nennen, wird es ein Debut vom Bulgaren The Editor auf Amber Blue geben, die mit einem richtig starken Paket daherkommt, das Remixe von Eins Tiefer, Jaap Ligthart, Christian Michael und Amber Ziehkind Trips & Ticks beinhaltet. Alles richtig gute elektronische Musik mit den verschiedensten Facetten.

Welches Release war für euch besonders und warum?

Natürlich war das erste Release besonders und dann natürlich auch das erste vom Unterlabel Amber Blue. So ein Start ist immer aufregend. Aber an sich besonders sind alle Releases auf ihr Art und Weise, weil man in alle Sachen auch viel Herzblut reinsteckt und man ja nie weiss im Vorfeld, wie wird das angenommen, interessiert es überhaupt jemanden und wir wird ein Release seinen Weg gehen. deswegen ist jeder VÖ-Tag schon besonders.

Wie kann man sich einen gewöhnlichen Tag bei euch im Büro vorstellen?

Also dadurch das wir nebenbei ja auch noch normale Jobs haben und am Wochenende auch oft unterwegs als Deejays sind, beschränkt sich das die Abendstunden unter der Woche. Und dann werden Emails gecheckt, Demos angehört, Labelcopys geschrieben. Cover gestaltet, Deadlines festgelegt, geschaut wer könnte zu welchem Release vielleicht mal einen Remix beisteuern, Social Media erledigen und und und 😉

Warum führt man in diesen schwierigen Zeiten überhaupt noch ein Label?

Naja in aller erster Instanz aus der Passion heraus. Wir lieben das was wir machen und da schaut man dann über schlechte Eigenschaften dieses Business auch gerne hinweg. Dadurch das wir mit We Are Independent einen starken Partner im Rücken haben, die uns management, abrechnungs- und vertriebsmässig stark unterstützen ist das alles machbar und hält so die Kosten auch in einem vertretbaren Rahmen. Wobei man schon sagen muss, dass man mit einem Independent-Label so wir wie sie betreiben, sicherlich nicht in Saus und Braus leben kann.

Wozu braucht man heutzutage eigentlich noch ein Plattenlabel?

Hatten wir ja schon angerissen. Wir können machen was wir wollen. In unserem Falle ist es sicherlich ein Stück Freiheit das man sich schafft und das man vom Anfang bis zum fertigen Produkt komplett alles in den eigenen Händen hat. Das ist als gesignter Künstler bei Fremdlabels halt nicht immer so und manchmal gehen Meinungen auch auseinander, da hat dann aber das Label das letzte Wort. Beim eigenen Label hat man das selber und dann kann man dann auch schon mal was wagen und einen anderen Weg einschlagen, der sonst so nicht möglich wäre.

Was war das ungewöhnlichste Demo, das ihr je erhalten habt?

Oha. da gibt es Einiges. Also mit dem Genre ist immer so eine Sache. Es sollte halt schon zum gesendeten Label passen. Dann Sachen, die gefühlt, mit dem Magic Music Maker gemacht wurden und auch nur mit den vorgegebenen Sounds (ja, solche Demos gibt es wirklich). Und manchmal gibt es schon unterschiedliche Auffassungen was Musik betrifft und manche Sachen sind halt einfach überhaupt nicht kompatibel zu unserem Musikverständniss.

Welchen Rat würdet ihr jungen Künstlern geben?

Nie aufgeben!!! Ein richtiges Geheimrezept gibt es sowieso nicht. Was man aber halt mit der Zeit schon lernen muss, ist Geduld zu haben. Sich immer weiter zu entwickeln und immer am Ball zu bleiben. Wie mit allen Sachen ist es mit Musik genauso, wenn man gut sein möchte, muss man Zeit und Schweiß und vielleicht auch Geld investieren. Irgendwann zahlt sich das bei den meisten schon aus. Man kann aber halt nicht glauben, ich fange heute an aufzulegen oder zu produzieren und morgen bin ich der „heiße Shit“ im Biz. Dem ist absolut nicht so. Es ist ein heiß umkämpfter Markt und da trennt sich irgendwann die Spreu vom Weizen und da werden nur die fleißigen auch ihren Erfolg davontragen.

Wie verschicke ich am besten ein Demo?

Tja, das ist eine Frage die man so pauschal nicht beantworten kann, da jeder A&R eines Labels das anders händelt. Aber eine Email mit kurzen Infos wer man ist, mit privaten Soundcloud-Link zum Download und Links zu seinen gut gepflegten Social-Media-Channels, kann man eigentlich nicht falsch machen. Aber auch da gibt es keine Geheimrezeptur, da dies doch immer unterschiedlich bei den Verantwortlichen eines Labels bewertet wird.

Macht ihr regelmäßig Events / Label Showcases? Wenn ja, wo?

Machen wir im Moment noch nicht, da man realitisch sagen muss, dass wir noch relativ am Anfang stehen. Aber sobald wir das Gefühl haben, das die Leute Lust auf unseren Sound und unsere Künstler haben, dann wird es sicherlich auch in dieser Hinsicht einiges aus unserem Hause geben.

Ich würde gerne bei euch meine Musik veröffentlichen. Wo kann ich meine Demos hinschicken?

Wer sich jetzt angesprochen fühlt und meint er könnte gut zur Amber-Family passen, kann er uns gerne kontaktieren unter demos@amber-recordings.com

Wie stellt ihr euch die Musikbranche in 10 Jahren vor?

Schwierig zu sagen. Wir schätzen mal, dass wir den Zenit der elektronischen Musik gerade erreicht, bzw. schon überschritten haben. Egal ob Veranstaltungen, Veröffentlichungen oder alles was dazugehört, hat sicherlich im elektronischen Bereich gerade alles erreicht was es zu erreichen gibt. Djs sind Superstars, die Charts werden von elektronischen Produktionen beherrscht und die Onlineshops quellen über an mal mehr oder weniger guter Musik. Und genau da ist der Punkt: dadurch das der Markt so groß und unüberschaubar geworden ist, werden nur die Guten und die Fleissigen überleben. Alles wird wieder ein bisschen „back to the roots“ gehen und da bleibt für viele einfach kein Platz mehr. Aber das Biz ist schnelllebig und unberechenbar und von daher bleibt das interessant zu sehen was bis dahin ist.