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Unter der Rubrik „My Favourite Artists“ möchte ich euch meine Lieblingskünstler vorstellen, die viele von euch evtl. gar nicht kennen.
Da ich seit der ersten Stunde großer Fan von Jamie Lidell bin und auch seine Entwicklung spannend verfolgt habe, möchte ich mit ihm den Anfang machen.
Dies ist kein Interview, daher muss ich selber recherchieren, was gerade hier nicht einfach ist. Aber da ich ihn aber schon lange verfolge, weiß ich zum Glück einige Fakten, die ich euch hier näherbringen möchte. Aber natürlich können sich hier auch Fehler einschleichen, da Jamie ein Ausnahmekünstler ist und schon immer das gemacht hat, was er will und eben nicht nach der Mainstream Pfeife tanzt.

Jamie Lidell … einer der verrücktesten, kreativsten und schönsten Künstler unserer Zeit.

Es ist wirklich schwer, den Anfang von Jamie Lidell klar zu definieren, da ich keine Biografie finde und selbst Wikipedia hier total versagt. Aber genau das ist, was ich an Jamie Lidell liebe.
Er ist anders und trotzdem präsent, aber auch irgendwie doch nicht. Jeder kennt sicherlich eins oder zwei Lieder, da man diese bei Grey’s Anatomy oder evtl. in H&M Läden immer wieder mal gehört hat. Dennoch ist vielen sein Name nicht bekannt.

Bekannt wurde er durch seine schrille Live Performance, bei der er nur zwei Mikrofone, seinen Sampler und seinen Moog Synthesizer nutze. So samplete er seine eigene Stimme / Beatbox und machte damit seine Beats, die er mit Melodien aus seinem Moog untermalte. Ziemlich freaky, da er nicht immer den Takt traf, was aber auch gewollt war. Denn durch die leicht springenden Beatbox Beats entstand ein Groove, der es in sich hatte.

Hier bei war er auch einer der ersten, die das Re-Sampling extrem ausnutzte. Nicht verwunderlich, dass auch Firmen wie Native Instruments ihn für die Präsentation ihrer Geräte gerne einspannt.

Soweit ich weiß, machte Jamie Lidell, geboren 1978, seine erste Musik 1996 als dritter Mitgründer des Techno Live Acts und Produzenten Trio Subhead seine ersten Gehversuche in der elektronischen Musikwelt.
Subhead, die später nur noch aus Jason Leach und Phil Wells (gestorben 2007) bestanden, veröffentlichten den typischen Brighton Techno Sound auf Labels wie Sativae Recordings oder ihrem eigenen Label Subhead. Bei den ersten 7 Veröffentlichungen war Jamie beteiligt, danach verließ er Subhead und arbeitete an seinen ersten eigenen Songs.

1997 veröffentlichte Mosqiuto Records Jamie Lidell’s “Freekin The Fame EP”.

Cristian Vogel, der diese Platte in seinen Sets rauf und runter spielte, brachte 1997 „(Don’t) Take More“ auf Tresor heraus. Auf dieser Platte findet man den ersten Jamie Lidell Remix, der meines Wissens nach, auch der erste Track ist, auf dem man Jamie’s Stimme hört. Damals allerdings noch kein Gesang, sondern zusammen geschnittene Wortfetzen.

1998 veröffentlichte Sativae Recordings mit „Safety In Numbers“ die zweite EP von Jamie Lidell, auf der man in dem Track „Sonelysome(o)ney“ den ersten Gesang von Jamie hören kann. Dieser ist allerdings nur für Technoliebhaber erträglich, da das Quietschen und Peitschen nicht gerade das ist, was man von Jamie heute kennt. Ich persönlich habe diese Platte geliebt und oft auf Partys oder in Clubs gespielt.

Noch im selben Jahr gründeten Cristian Vogel und Jamie Lidell das Duo “Super Collider”, wodurch Jamie nun endlich als Sänger seine Bestimmung fand. Nach nur 1 Jahr gemeinsame Arbeit veröffentlichte Super Collider ihr erstes von zwei Alben „Head On“ auf Loaded Records, dass bei BMG unter Vertrag war. Somit war der Grundstein für Jamie Lidell gelegt, denn ab hier, wird seine Musik nicht nur für Jedermann erträglich, sondern auch zeitlos und somit heute noch hörbar.
Gerade der Titel „It won’t be long“ könnte auch von einem neuerem Jamie Lidell Album sein.

Mit dem Album “Muddlin Gear” veröffentlichte Jamie sein erstes, aber noch sehr experimentelles Album auf Warp Records, auf dem Jamie auch seine nächsten 5 Alben veröffentlichte. Erst 2016 brachte Jamie sein neustes Album auf einem anderen Label heraus, nämlich „Jajulin Records / Rough Trade“.

Auf dem Album „Muddlin Gear“ finden sind leider weniger Songs, die nahe an Jamies heutigem Stil sind. „Daddys Car“ ist aber dennoch einen Song, den man heute noch hören kann.

Erst Jahre später löst er sich immer mehr von der experimentellen Techno Musik und veröffentlicht erst nach 4 Jahren, sein nächstes Album „Multiply“, was zwar immer noch ein wenig experimentell ist, aber nun voll und ganz in Richtung Pop geht.
Ab hier lief Jamie Lidell ununterbrochen in meinem Auto und brachte mir gute Laune. Denn fast jedes Lied, auf dem und den kommenden Alben, hat eine gewisse Leichtigkeit und wirkt sehr fröhlich. Gute Laune Musik eben.

2008 brauchte er mit seinem Album “Jim” seinen damaligen größten Erfolg ans Tageslicht. Denn den darauf veröffentlichte Song „Another Day“ wurde von vielen anderen Labels lizenziert, so dass dieser auch auf der Greys Anatomy Compilation und natürlich auch in der Serie landete. Spätestens hier hatte jeder einmal ein Lied von Jamie Lidell gehört, der nun voll und ganz seine popige Seite gefunden hat und sie ausgelebt.

Kein Wunder, dass 2009 auch andere Künstler mit Jamie Lidell zusammen ins Studio gehen wollten und so kam auch eine Kooperation mit Beck zustande, die einige als Becks Record Club evtl. bereits gehört haben. Hierbei hat Beck verschiedene Künstler in sein Studio eingeladen und dort Alben von anderen Künstlern innerhalb eines Tages neu aufgenommen und als Video auf der Seite: http://recordclub.beck.com/recordclub/ veröffentlicht. Zu kaufen gab es diese Alben allerdings nicht.

Bei der Neuinterpretation von „Skip Spence – OAK“ waren unter anderen Feist und Jamie Lidell beteiligt.

In Beck fand Jamie auch den Studiopartner für sein Album “Compass“, dass im Jahr 2010 auf den Markt kam. Becks Einfluss ist kaum zu überhören, der Jamies Musik einen 70iger Jahre Touch verleiht, was diesem Album definitiv gute Vibes brachte.

3 Jahre später veröffentlichte Jamie sein Album “Jamie Lidell”, das dieses Mal eher in Richtung Funk / Soul / Jazz geht und nun auch das letzte Album auf Warp Records von Jamie Lidell ist.

Letztes Jahr (2016) veröffentlichte Jamie nun sein neustes Album, für das seine Frau die meisten Texte mit oder auch ohne ihn geschrieben hat. Auch der Umzug von England über New York nach Nashville, Tennessee ist mittlerweile spürbar in seiner Musik. Denn das neue Album hat mehr Soul, kommt mit Hintergrund Chor und viel Gefühl daher.

Nach seiner Aussage, ist „Building A Beginning“ sein bestes Album. Wahrscheinlich weil er nun endlich angekommen ist und seine Familie hinter sich stehen hat.

Sehr zu empfehlen!

Links

http://jamielidellmusic.com/