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Die NAMM 2017 ist vorbei und irgendwie hinterließ bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite war ich begeistert über die Vorstellung der neuen MPCs und dem Erstarken der Modularszene. Auf der anderen Seite hatte ich mir im Bezug auf Synthesizer mehr erhofft. Korg stellte keinen großen Bruder zum Minilogue vor, Yamaha scheint sich auf seiner Reface-Serie auszuruhen und Moog war lediglich mit einem Messestand über die Geschichte der Firma und deren Stiftung vor Ort.

Trotzdem gibt es eine Reihe von Neuvorstellungen die ich sehr interessant finde.

Akai stellt MPC X und MPC Live auf NAMM 2017 vor

 

Nach der Ankündigung im Dezember war die Musikwelt ist in heller Aufruhr: AKAI bringt eine Standalone MPC heraus. Was für Besitzer älterer MPCs bereits seit Anfang der 90er Jahre eine Selbstverständlichkeit war, wurde im Jahr 2017 als die größte Neuigkeit gefeiert. Nachdem Pioneer, als absoluter Neuling im Bereich Grooveboxen, im vergangenen Jahr mit der Toraiz SP-16 für Staunen sorgte und Traditionshersteller Akai ein wenig in Nachzugszwang versetzte, besinnt sich nun Akai endlich wieder auf seine Wurzeln und scheint auf viele Kundenwünsche eingegangen zu sein.

Die MPC X ist das neue Schlachtschiff mit 10.1 Zoll Touch Display, 8 Audioausgängen, 8 CV/Gate Outputs (!!!), SD Kartenslot,  OLED Q-Link Display und SSD/HHD Anschluss für optionale Festplatten. Die MPC Live ist eine abgespeckte, aber nicht weniger interessante MPC. Größtes Feature wird für viele der integrierte Akku sein, mit der die MPC vier bis fünf Stunden ohne Stromkabel auskommt.

Als ich von den neuen MPCs erfuhr, habe ich einen kleinen Luftsprung gemacht. Als langjähriger MPC 4000 Nutzer habe ich schon lange auf eine moderne MPC gewartet. Besonders die MPC Live hat es mir angetan. Einfach auf Reisen mitnehmen und Beats machen. So habe ich mir das schon immer vorgestellt. Ich hoffe das Akai seine großen Versprechen hinsichtlich der MPC Software 2.0 einhalten kann und das die Qualität der AD/DA Wandler stimmt. Nichts is schlimmer als eine schlecht klingende MPC…

NAMM 2017 Synthesizer-Neuheiten

Wie bereits gesagt war nicht viel los auf der NAMM 2017 für Synthesizer-Freaks. Die größte Überraschung ist definitiv Dave Smith mit seinem REV2 geglückt. Als Nachfolger des Prophet 08 handelt es sich um die gleiche Soundarchitektur wie bei seinem Vorgänger, allerdings mit einigen Verbesserungen: Waveshape Modulation, einer neuen Effekteinheit, Polystep-Sequencing, mehr Routingmöglichkeiten und einem neuen OLED-Display. Erhältlich wird der REV2 in 8-Stimmen und 16-Stimmen (!!!) Versionen erhältlich sein.

Einen interessanten neuen Synthesizer hat die griechische Firma Dreadbox vorgestellt.

Modular war ebenfalls ein großes Thema auf der diesjährigen NAMM. Ich finde es interessant, dass ein Nischenprodukt derartig viel Aufmerksamkeit im Mainstream erhält. Ob der Modular-Hype von großer Beständigkeit ist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Elektron Digitakt

Zu guter Letzt möchte ich noch auf den Digitakt eingehen. Elektrons neuer Drum Sampler kommt in kleinerem Gehäuse und mit deutlich niedrigerem Preis als man es von Elektron bisher gewohnt ist. Rund 600-700€ soll der jüngste Sprössling der Elektron-Familie kosten. Viel ist noch nicht bekannt. Zwar wurden schon die Eckdaten vorgestellt, allerdings wurde über die Soundengine noch immer gemunkelt. Anders als bisher von vielen gemutmaßt, wird der Digitakt keine Drumsynthese besitzen. Als kleinerer Nachfolger der Machinedrum kann der Digitakt somit nicht angesehen werden.